Annual Report 2007 | German | English
 
   
Portfolio von Medikamenten in der klinischen Entwicklung  
Ceftobiprol
Alitretinoin
Isavuconazol
Projekte im frühen Entwicklungsstadium

 

Ceftobiprol

“Antibiotika der Cephalosporin-Klasse spielen eine zentrale Rolle bei der empirischen Erstbehandlung bakterieller Infektionen im Krankenhaus. Bisher fehlte dieser Medikamentenklasse die Wirksamkeit gegen MRSA. Mit dem vermehrten Auftreten von MRSA gibt es ein wachsendes medizinisches Bedürfnis für neue Antibiotika. Das neuartige Cephalosporin Ceftobiprol kann die Nützlichkeit dieser wichtigen Medikamentenklasse verlängern.”

Joseph S. Solomkin, M.D.
Professor of Surgery & Director of Research,
Division of Trauma and Critical Care
University of Cincinnati, USA

Ceftobiprol gehört zu einer Klasse gut akzeptierter antibakterieller Medikamente, den Cephalosporinen, die bei schweren, lebensbedrohlichen Infektionen durch gramnegative oder grampositive Bakterien zur Anwendung kommen. Der Produktkandidat Ceftobiprol befindet sich zur Zeit in der Prüfung zur Marktzulassung als ein mögliches Medikament der ersten Wahl („empirische Erstbehandlung“) für die wachsende Zahl von Patienten mit Methicillin-resistenten Staphylococcus-aureus-(MRSA-) Infektionen.

Wichtigste Erfolge in 2007

Positive Phase-III-Daten für Ceftobiprol bei der Behandlung von schweren Infektionen der Haut und schweren Lungenentzündungen, die im Krankenhaus behandelt werden.

In 2007 wurden drei Zulassungsstudien mit positiven Ergebnissen abgeschlossen. Die Phase-III-Studien zeigten, dass Ceftobiprol der jeweiligen Standardbehandlung nicht unterlegen war. Diese Daten bilden die Grundlage für die ersten Zulassungsanträge für schwere Infektionen der Haut und des Weichgewebes (cSSSI) sowie für weitere geplante Anträge zur Behandlung von Lungenentzündungen, die sowohl im Krankenhaus erworbene Lungenentzündung (HAP, „hospital-acquired pneumonia“) als auch ambulant erworbene Lungenentzündung, die eine Behandlung im Krankenhaus erfordert (CAP, „community-acquired pneumonia“), einschliessen. Lungenentzündungen und schwere Hautinfektionen machen einen grossen Teil der bakteriellen Infektionen aus, die im Krankenhaus behandelt werden.

Anfang 2007 wurden die Resultate der zweiten Phase-III-Studie bei schweren Infektionen der Haut, einschliesslich Fussinfektionen bei Diabetikern („Diabetischer Fuss“), publiziert. Hierin zeigte Ceftobiprol Heilungsraten von 91% gegenüber 90% für die Kombinationstherapie, die aus den beiden Antibiotika Ceftazidim und Vancomycin bestand. Bei den bestätigten MRSA-Infektionen betrugen die klinischen Heilungsraten 90% gegenüber 86%. Die Heilungsraten bei den schwierig zu behandelnden Fussinfektionen waren 86% für Ceftobiprol im Vergleich zu 82% für die Kombinationstherapie.

Die Phase-III-Studie an Patienten mit ambulant erworbener und im Krankenhaus behandelter Lungenentzündung erreichte gegenüber den Vergleichsmedikamenten den primären Studienendpunkt der Nicht-Unterlegenheit („non-inferiority“). Die klinischen Heilungsraten betrugen für Ceftobiprol 86% und 87% für die Vergleichsbehandlung, bestehend aus Ceftriaxon in möglicher Kombination mit Linezolid.

Die Phase-III-Studie an Patienten mit im Krankenhaus erworbener Lungenentzündung verglich die Heilungsraten einer Ceftobiprol-Monotherapie mit einer Kombinationstherapie aus Ceftazidim und Linezolid. Ceftobiprol war der Kombinationstherapie nicht unterlegen („non-inferior“) und erreichte den primären Studienendpunkt. Gesamthaft betrachtet betrug die Heilungsrate bei Behandlung mit Ceftobiprol 69% gegenüber 72% mit der Kombinationstherapie. Diese Studie erlaubte auch den Einschluss von Patienten, die eine Lungenentzündung unter künstlicher Beatmung (VAP, „ventilator-associated pneumonia“) erworben hatten. Die Heilungsraten in dieser kleineren Patientengruppe waren für Ceftobiprol tiefer, und eine Nicht-Unterlegenheit („non-inferiority“) von Ceftobiprol konnte bei diesen Patienten nicht gezeigt werden.

...und Einreichung von Zulassungsanträgen auf internationaler Ebene

Für Ceftobiprol wurden die ersten Anträge auf eine Marktzulassung in den USA, Kanada, der EU sowie der Schweiz eingereicht. Sie befinden sich zur Zeit bei den jeweiligen Gesundheitsbehörden in Prüfung. In der Schweiz wurde Ceftobiprol darüber hinaus ein beschleunigtes Zulassungsverfahren erteilt. Die anschlie­ssende Einreichung der Zulassungsanträge für Ceftobiprol in der Behandlung von Lungenentzündungen ist geplant.

Zur Vorbereitung der voraussichtlichen Markteinführung von Ceftobiprol wurden die Produkte durch den Partner von Basilea, Johnson & Johnson, bereitgestellt. Experten der „Technical-Operations-Gruppe“ von Basilea stellten ihr umfangreiches Wissen im Bereich der Analytik und hinsichtlich modernster Technologien zur Verfügung.

Ceftobiprol besitzt ein konkurrenzfähiges Profil

Klinische Resultate zeigen, dass Ceftobiprol als Monotherapie mit seiner ausgezeichneten Aktivität gegenüber Methicillin-resistentem Staphylococcus aureus (MRSA) und Penicillin-resistentem Streptococcus pneumoniae (PRSP) gleich wirksam sein kann wie eine üblicherweise angewandte Kombinationstherapie in der Behandlung der heutzutage schwerwiegenden gramnegativen und grampositiven Infektionen. Es wird davon ausgegangen, dass Ceftobiprol ein gutes Verträglichkeitsprofil besitzt und nur ein geringes Potenzial zur Selektion von Resistenzen aufweist.

Marktpotenzial

Das abgeschlossene Phase-III-Programm bei schweren Hautinfektionen und Lungenentzündungen ist auf die grössten Segmente des Antibiotikamarktes im Krankenhaus ausgerichtet. Zudem besteht ein stark wachsender medizinischer Bedarf an wirksamen Anti-MRSA-Medikamenten. So sind zum Beispiel bis zu 60% der Hautinfektionen, die in US-amerikanischen Notfallstationen eingeliefert werden, durch MRSA hervorgerufen. Eine kürzlich durchgeführte Analyse einer grossen US-amerikanischen Datenbank zeigt, dass von den im Krankenhaus behandelten Patienten mit Lungenentzündung ungefähr 70% ambulant und/oder in der Patientenpflege erworben wurden. Weitere 20% der Lungenentzündungen stellen im Krankenhaus erworbene Lungenentzündungen dar, die restlichen 10% sind unter künstlicher Beatmung erworben. MRSA-Erreger waren in 9% bis 25% der im Krankenhaus behandelten Lungenentzündungen nachweisbar. Die Wirksamkeit gegen MRSA zählt zu den wichtigsten Eigenschaften von Ceftobiprol. Dies könnte es Ärzten erlauben, Ceftobiprol als Medikament der ersten Wahl („empirische Erstbehandlung“) einzusetzen, wenn MRSA nachgewiesen oder vermutet wird.

 

 

Alitretinoin

“Die Wirksamkeit von Alitretinoin bei der Behandlung von Patienten mit schwerem chronischen Handekzem, das nicht mehr auf topische Behandlung anspricht, konnte in zwei klinischen Phase-III-Studien gezeigt werden. Bei Wiederauftreten der Krankheitssymptome nach einer erfolgreichen Erstbehandlung konnten Patienten von einer weiteren Behandlung profitieren.”

Thomas L. Diepgen, M.D.
Professor of Clinical Social Medicine
Ruprecht-Karls University, Heidelberg, Germany

Chronisches Handekzem beeinträchtigt das tägliche Leben der Patienten erheblich und hat weitgehende berufliche, medizinische und soziale Folgen. Alitretinoin ist der erste Produktkandidat, der spezifisch für Patienten entwickelt wird, die unter chronischem Handekzem leiden und nicht auf topische Therapien, einschliesslich starker Steroide, ansprechen.

Wichtigste Erfolge in 2007

Positive Phase-III-Resultate in den grössten Studien, die jemals an chronischen
Handekzem-Patienten durchgeführt wurden…

Dieses Jahr gaben wir positive Ergebnisse von zwei Phase-III-Studien bekannt. Unsere BACH-Studie (“Benefit of Alitretinoin in Chronic Hand eczema”) erreichte erfolgreich den primären Studienendpunkt und zeigte, dass Alitretinoin in der Behandlung von Patienten mit schwerem therapierefraktärem chronischen Handekzem (CHE) wirksam war und den strengen primären Studienendpunkt von vollständig oder fast vollständig geheilten Händen erreichte. Die randomisierte doppelblinde Phase-III-Zulassungsstudie, die grösste, jemals in chronischem Handekzem durchgeführte Studie, zeigte für Alitretinoin in der 30mg- und 10mg-Dosierung Ansprechraten von 48% und 28%, wohingegen in der Placebogruppe 17% der Patienten auf die Behandlung ansprachen.

Eine zweite Phase-III-Studie konnte zeigen, dass Patienten, die auf eine erste Behandlung angesprochen haben, nach einem Wiederauftreten der Symptome von einer weiteren Behandlung profitieren können. Darüber hinaus konnten Patienten, die nur unvollständig auf eine Erstbehandlung ansprachen, von einer verlängerten Behandlungsdauer profitieren. Die Ansprechraten nach einer wiederholten Behandlung waren für die 30mg- und 10mg-Alitretinoin-Gruppen 80% beziehungsweise 48% und zeigten, dass Alitretinioin auch bei einem wiederholten Zyklus eine wirksame Behandlung gegen diese Krankheit ist. Dieselbe Studie schloss eine zweite Patientengruppe ein, die entweder nicht oder nur unvollständig auf eine 6-monatige Erstbehandlung ansprach. Diese Patienten erhielten eine bis zu sechs Monaten verlängerte Behandlung mit Alitretinoin. Von diesen Patienten erreichten 47% den klinischen Studienendpunkt und erzielten vollständige klinische Ansprechraten.

In allen bisher durchgeführten klinischen Studien zeigte Alitretinoin ein allgemein gutes Verträglichkeitsprofil. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerz und eine Erhöhung der Blutfette, die dosisabhängig und reversibel waren. Alitretinoin ist ein Teratogen. Daher müssen alle Frauen im gebärfähigen Alter während einer Alitretinoin-Therapie Massnahmen zur Schwangerschafts- verhütung treffen. Nach Beendigung einer Therapie muss eine Schwangerschaftsverhütung nicht länger als vier Wochen fortgeführt werden, da die Alitretinoin-Blutwerte innerhalb von Tagen auf physiologische Werte zurückfallen.

Die Daten der beiden Zulassungsstudien von fast 2,000 Patienten und Probanden, die mit Alitretinoin behandelt wurden, bildeten die Basis für den Zulassungsantrag, der unter dem dezentralisierten Verfahren bei verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten eingereicht wurde, als auch für die Anträge zur Marktzulassung bei den schweizerischen und kanadischen Gesundheitsbehörden.

Basilea traf die US-amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA), um die Erfordernisse für einen Zulassungsantrag festzulegen und plant nun erwartungsgemäss ein klinisches Programm, um die Relevanz der vorliegenden Resultate in den Bevölkerungsgruppen der USA zu bestätigen.

…und Einreichen von Zulassungsanträgen bei den europäischen und kanadischen Gesundheitsbehörden

Für die vorgesehenen Markteinführungen in Europa, der Schweiz und Kanada wurden eine kommerzielle Zuliefererkette, Lagerhaltung sowie die Vertriebslogistik aufgebaut. Die Produkte für den Verkauf, einschliesslich validierter Wirkstoffe und Grossmengen an Kapseln, wurden hergestellt.

Das konkurrenzfähige Profil von Alitretinoin

In vielen Ländern ist Handekzem die am häufigsten erwähnte Berufskrankheit, die hohe sozio-ökonomische Kosten für die jeweiligen Gesundheits- und Sozialsysteme verursacht. Altiretinoin ist das erste pharmazeutische Produkt, das spezifisch für Patienten entwickelt wird, die unter schwerem chronischen Handekzem (CHE) leiden und therapierefraktär gegenüber topischen Behandlungen sind, einschliesslich den mit starken Steroiden. In klinischen Studien mit Alitretinoin zeigte eine bedeutende Anzahl von Patienten, die über viele Jahre hinweg unter mittlerem bis schwerem chronischen Handekzem litten, nach einer Behandlung von drei bis zwölf Monaten keine Krankheitssymptome mehr. Aufgrund der kurzen Ausscheidungszeit des Produktes ist eine Schwangerschaftsverhütung über einen längeren Zeitraum als vier Wochen nach Beendigung der Therapie wahrscheinlich nicht notwendig.

Marktpotenzial

Schweres therapierefraktäres chronisches Handekzem (CHE) ist eine von Rückfällen gekennzeichnete Krankheit, für die zur Zeit keine zugelassene Behandlung zur Verfügung steht. Die stark beeinträchtigende Krankheit verhindert den normalen Gebrauch der Hände und erfordert wiederholte Behandlungen. Handekzem ist eine häufige Hautkrankheit, die oft einen chronischen und von Rückfällen gekennzeichneten Verlauf nimmt. Gemäss Schätzungen sind von der Krankheit bis zu 10% der Bevölkerung betroffen. Hiervon leiden bis zu 7% unter der schweren chronischen Form, wobei viele Patienten nicht oder nicht mehr auf topische Kortikosteroide ansprechen. Basilea schätzt, dass in Europa und Nordamerika mindestens eine Million Patienten unter therapierefraktärer schwerer CHE leiden. Die sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen in den USA und in Europa sind bedeutend. Auf Grundlage der bis anhin vorhandenen positiven klinischen Ergebnisse besitzt Alitretinoin das Potenzial, das erste mögliche Produkt zu Behandlung von Patienten zu werden, die unter schwerem CHE leiden und nicht auf topische Korticosteroide ansprechen.

 

Isavuconazol

“Die laufenden randomisierten Doppelblind-Phase-III-Studien werden unser Verständnis über die bestehenden Erstbehandlungen von invasiven Candida- und Aspergillus-Infektionen erweitern. Isavuconazol besitzt das Potenzial, ein weiteres, für uns wertvolles Antimykotikum zu werden, wenn seine Wirksamkeit und Verträglichkeit bestätigt sind.”

Kieren A. Marr, M.D.
Adjunct Professor of Medicine
Oregon Health and Science University, Portland, USA

Unser zweites Anti-Infektivum in der klinischen Entwicklung, Isavuconazol, ist ein Antimykotikum, das auf die begrenzten Behandlungsmöglichkeiten und die hohen Sterblichkeitsraten bei schweren invasiven Pilzinfektionen immungeschwächter Patienten abzielt. Isavuconazol besitzt mit seinem erweiterten Wirkspektrum gute Vorraussetzungen, bei der Behandlung von invasiven Pilzinfektionen das Azol der ersten Wahl zu werden. Das Pilzmittel ist einerseits als intravenös zu applizierende Darreichungsform verfügbar, die möglicherweise sowohl Patienten mit normaler als auch mit reduzierter Nierenfunktion verabreicht werden kann. Darüber hinaus besitzt seine orale Darreichungsform eine hohe Bioverfügbarkeit, die einen einfachen Wechsel von intravenöser zu oraler Anwendung gestattet und auch für eine einmal tägliche oder weniger häufigere Dosierung geeignet ist.

Wichtigste Erfolge in 2007

Laufendes „State-of-the-art“ Phase-III-Programm…

Isavuconazol befindet sich zur Zeit sowohl mit seiner intravenösen als auch mit seiner oralen Darreichungsform in klinischen Phase-III-Studien zur Behandlung von schweren invasiven Pilzinfektionen, bei denen die Sterblichkeitsrate trotz vorhandener Therapien hoch ist. Unsere Studie zur Erstbehandlung invasiver Aspergillose gegenüber Voriconazol, dem zur Zeit führenden Breitspektrum-Azol, wird die erste doppelt-verblindete Registrierungsstudie dieser Art sein. In unserer Candidämie-Studie vergleichen wir Isavuconazol in der Erstbehandlung von Patienten, die unter Candida-Infektionen leiden gegenüber dem Marktführer Caspofungin. Wir gehen davon aus, dass diese Studien zwei bis drei Jahre dauern werden.

Das laufende Phase-III-Programm wird durch eine zusätzliche Studie für die Behandlung von Aspergillose bei Patienten mit reduzierter Nierenfunktion und zur Behandlung von seltenen Hefe- und Schimmelpilzinfektionen bei Patienten, die eine Salvage Therapie benötigen, ergänzt werden.

Das konkurrenzfähige Profil von Isavuconazol

Aufgrund seines einzigartigen Profils erhielt Isavuconazol von der amerikanischen Gesundheitsbehörde (FDA) den „Fast track“-Status. Isavuconazol besitzt im Vergleich zu Azolen der aktuellen Generation sowohl ein breiteres antimykotisches Spektrum als auch eine zuverlässigere Absorption und hat damit die Voraussetzung, das Azol der ersten Wahl zu werden. Isavuconazol kann entweder intravenös oder oral verabreicht werden. Darüber hinaus bietet Isavuconazol eine vorteilhafte einmal tägliche oder einmal wöchentliche Einnahme. Innerhalb der Azol-Klasse hat Isavuconazol bisher eine gute Verträglichkeit und ein günstiges Interaktionsprofil mit anderen Medikamenten gezeigt. Die injizierbare Formulierung von Isavuconazol könnte, im Gegensatz zu anderen führenden Azolen, auch Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion verabreicht werden.

Marktpotenzial

Isavuconazol, Basileas zweites Anti-Infektivum für den Krankenhausmarkt, stellt eine ideale Ergänzung zu unserem Antibiotikum Ceftobiprol dar. Beide Produkte richten sich an die grossen Herausforderungen schwerer Infektionen im Krankenhaus und die damit verbunden hohen Sterblichkeitsraten bei Krebs-, Transplantations- und AIDS-Patienten.

…um Einschränkungen von bestehenden Behandlungen zu überwinden

Isavuconazol könnte viele Einschränkungen bestehender Behandlungen überwinden. Hierzu zählen insbesondere Lücken im Wirkspektrum, die Schwierigkeiten adäquate Wirkspiegel in der frühen Behandlungsphase zu erreichen, und die Behandlungseinschränkungen aufgrund von Komorbidität, Komedika­tion, unerwünschten Nebenwirkungen sowie unpraktische Dosierung. Die erwarteten Verbesserungen im Nebenwirkungsprofil gegenüber den jetzigen Standardbehandlungen könnten eine bevorzugte Verwendung von Isavuconazol als Azol der Wahl in einer grossen Patientenpopulation erlauben.

 

Projekte im frühen Entwicklungsstadium

Im Kampf gegen Resistenzen

Das vermehrte weltweite Auftreten von pathogenen Bakterien, die resistent gegenüber den gegenwärtigen Antibiotika-Therapien sind, sowie das häufige Ausbilden von Chemotherapie-resistenten Tumoren bei Krebspatienten sind alarmierende Entwicklungen, die sowohl zu hohen Morbiditäts- und Sterblichkeitsraten führen als auch grosse finanzielle Belastungen für das Gesundheitssystem bedeuten. Die Forschungsgruppe von Basilea konzentriert sich auf diese Bereiche der Medikamenten-Resistenz und unterstützt die langfristige Vision von Basilea, einen starken und nachhaltigen Geschäftsbereich in jenen medizinischen Gebieten aufzubauen, für die zur Zeit keine oder nur beschränkt Therapien zur Verfügung stehen. Im Bereich Antiinfektiva arbeitet die Forschung von Basilea daran, sowohl neue Antibiotika-Therapien gegen gefährliche resistente Bakterien als auch neue Verabreichungen, die andere Behandlungsmodalitäten erlauben, zu entwickeln. Die Anstrengungen in der Onkologie konzentrieren sich auf neuartige Strukturklassen, die keine Kreuzresis­tenzen zu bestehenden Medikamenten haben, und auf Inhibitoren onkogener mutanter Proteine.

Antibiotika, die sich gegen resistente gramnegative Bakterien richten

Der Markt für Antiinfektiva gegen multi-resistente gramnegative Pathogene gewinnt immer mehr an Bedeutung. Gramnegative Erreger sind für circa 50% der im Krankenhaus erworbenen Infektionen in den USA und in Europa verantwortlich und können mit hohen Sterblichkeitsraten assoziiert werden. Die Sterblichkeit, die mit diesen Infektionen verbunden ist, variiert von 25% bis zu 60% bei bestimmten Infektionen wie bei unter künstlicher Beatmung erworbener Lungenentzündung. Antibiotika-resistente gramnegative Bakterien sind in vielen geographischen Regionen während der letzten fünf Jahre deutlich häufiger aufgetreten. Dies ist verbunden mit höheren Sterblichkeitsraten, längeren Krankenhausaufenthalten und höheren Gesundheitskosten. Vier gramnegative Bakterien (Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Pseudomonas aeruginosa und Acinetobacter baumannii) wurden von der „Infectious Disease Society of America“ (IDSA) aufgrund des besonders schnellen Anstiegs von Resis­tenzen, die eine Behandlung dieser Organismen schwieriger macht, hervorgehoben. Zu den häufigsten Krankheiten, die durch diese gramnegativen Bakterien hervorgerufen werden, zählen schwierige Infektionen der Harnwege, Intraabdominal-Infektionen und Pneumonien. Basilea begegnet der wachsenden Besorgnis unter Klinikern gegenüber der Gefahr durch gramnegative Bakterien mit bedeutenden Anstrengungen, neue Medikamente zur empirischen Behandlung von schweren gramnegativen Infektionen hervorzubringen. In den letzten zwölf Monaten hat Basilea in diesem zentralen Forschungsgebiet eine Reihe von Patenten angemeldet. Diese decken die zwei am weitesten fortgeschrittenen Forschungsprojekte ab, die Antibiotika mit Wirksamkeit gegenüber einem breiten Spektrum gramnegativer Bakterien einschliessen. Der am weitesten entwickelte prä-klinische Produktkandidat BAL30376 verfügt über eine einzigartige In-vitro-Aktivität gegenüber multiresistenten Stämmen von P. aeruginosa, A. baumannii und K. pneumoniae.

Antibiotika mit Wirksamkeit gegen resistente grampositive Bakterien

Basilea testet zur Zeit eine neue Serie von Antifolaten mit starker In-vitro-Aktivität gegenüber einer Reihe von Staphylokokken, die über unterschiedliche Resistenzeigenschaften verfügen. Hierzu gehören Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), Vancomycin-intermediate Staphylococcus aureus (VISA), Trimethoprim-resistente Koagulase-negative Staphylokokken wie auch Vancomycin-resistente Stämme von Enterokokken. Die Verbindungen haben bei Infektionen in Tiermodellen sowohl eine intravenöse als auch eine orale Wirksamkeit gezeigt.

Makrolid-Antibiotika: Antibakterielle und entzündungshemmende Verbindungen

Makrolid-Antibiotika stellen eine bekannte Medikamentenklasse dar, von der durch die jahrzehntelange Anwendung ein gutes Verständnis ihres Sicherheitsprofils und ihrer Wirksamkeit besteht. Basilea hat mehrere neue Molekülstrukturen mit sowohl antibakterieller als auch entzündungshemmender Aktivität gefunden. Aus dieser Gruppe wurde eine Klasse von Verbindungen identifiziert, die gegenüber Bakterien, die in Zusammenhang mit Akne stehen, eine hervorragende Aktivität besitzen. Hierin eingeschlossen sind sowohl Bakterien, die auf Antibiotika ansprechen als auch solche, die Antibiotika-Resistenzen aufweisen. Der am weitesten fortgeschrittene Vertreter dieser Klasse, BAL19403, hat als topische Darreichungsform gegen moderat entzündliche Akne eine explorative „Proof-of-concept“- Studie erfolgreich abgeschlossen.

Arzneimittelresistenzen: Von Mikroben zu Karzinomen

Basileas aktuelle Forschung und Entwicklung im Bereich der Antibiotika und Antimykotika richtet sich sowohl an schwerkranke, immunschwache Patienten als auch an Krebspatienten, die aufgrund ihres geschwächten Immunsystems gegenüber Pilz- und bakteriellen Infektionen anfällig sind. Basilea konzentriert sich bei der Produktentwicklung auf den pharmazeutischen Spital- und Facharztmarkt und auf Krankheiten, für die keine oder nur unzureichend Therapien zur Verfügung stehen. Entsprechend dieser Ausrichtung hat Basilea neue Verbindungsklassen identifizieren können, die sowohl eine hohe
In-vitro- als auch In-vivo-Aktivität gegenüber einem breitem Spektrum von Tumorzelllinien aufweisen.

Dem Problem der Arzneimittelresistenz begegnet man nicht nur im Bereich der Anti-Infektiva, sondern auch häufig in der Onkologie. In vielen Fällen basiert diese Resistenz auf zellulären Transportsystemen, die Medikamente aus Krebszellen entfernen und sie so unwirksam machen. Der Basilea-Wirkstoff BAL27862, der den Zelltod induziert, stellt eine neuartige Verbindung dar, die mit Tubulin über einen einzigartigen Modus interagiert und so die mit P-Glycoproteinpumpen verbundene Resistenz überwindet. Die Aktivität von BAL27862 gegenüber einem breiten Spektrum von Tumorarten als auch sein Potenzial zur intravenösen und oralen Applikation machen es zu einem vielversprechenden prä-klinischen Produktkandidaten für die Behandlung von Krebspatienten, die nicht mehr auf vorausgegangene Chemotherapie ansprechen.

© 2008 Basilea Pharmaceutica AG